Offene Jugend Werkstatt © Gustavo Alàbiso

Die Offene Jugendwerkstatt

Das Erste, was Peter Eyerer – in blau kariertem Hemd und festen Arbeitsschuhen – zur Begrüßung sagt, ist: »Hallo, ich bin Peter, hier duzen sich alle.« Dann führt der damals 74-Jährige über das weitläufige Gelände der Offenen Jugendwerkstatt Karlsruhe. Auf dem Areal eines ehemaligen Steinbruchs befinden sich heute Werkstätten für Holz- und Metallarbeiten, Kraftfahrzeuge und Schmuck. Unter Anleitung von Seniorinnen und Senioren entstehen hier mit Kindern und Jugendlichen kleine Technikwunder. Und manches Kind findet dabei einen Ersatz für fehlende Großeltern.

Peter Eyerer, Maschinenbauingenieur und Kunststofftechniker, ist Gründer und Vorstandsmitglied der Offenen Jugendwerkstatt. Jeden Samstag wird hier gefeilt, geschweißt und gesägt. Das Besondere: Jung und Alt arbeiten auf Augenhöhe zusammen; gelernt wird nicht durch Frontalunterricht, sondern durch gemeinsames praktisches Arbeiten. Kinder und Jugendliche entdecken ihre Fähigkeiten, während ältere Menschen ihr technisches und handwerkliches Wissen weitergeben. Dieses Konzept wurde 2013 mit dem zweiten Preis des Deutschen Alterspreises der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet. Die Offene Jugendwerkstatt erhielt damals ein Preisgeld von 40.000 Euro. Auf das rund 2.000 Quadratmeter große Gelände im Karlsruher Stadtteil Grünwettersbach war der Verein zum Zeitpunkt des Artikels erst ein Jahr zuvor umgezogen. »Trotz großer Eigenleistung hat der Umzug 15.000 Euro gekostet. Ein paar neue Maschinen wie eine Kreissäge haben wir auch angeschafft«, sagte Eyerer. Das Preisgeld der Robert Bosch Stiftung kam daher gerade recht.

Auszug aus einem Artikel der Journalistin Marta Popowska für das Magazin der Robert Bosch Stiftung zum Thema „Zusammenhalt“.